Feb 16
Ich bin kein “Öko”!!!
Solange der WD40-Rausch noch anhält (hab versucht, abgerissene Schrauben auszubohren, die ich vorher satt mit klimaschädlichen WD40 eingesprüht habe), kann ich auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren…
Ich habe mir meine Beiträge und Antworten im WWW angeschaut, und die Kommentare dazu auf mich wirken lassen. Das Bild, das ich von mir selbst bekommen habe, ist der naturverbundene Öko mit positiver CO2-Bilanz, so grün, dass sogar seine Haare als CO2-Filter funktionieren (jaja, ich male das Bild mal bewusst überspitzt), und in dessen Garten Zwerge, Kobolde und Elfen beim Umgraben helfen.
Die andere Seite von mir aber ist der ignorante Scheissegal-Egoist, der seinen von zur Zwangsarbeit gezwungenen Eingeborenen, auf abgeholztem Regenwald in Monokultur mit Pestiziden und Chemiedünger behandelten Tabak per Auto von der keine 1.000 Meter entfernten Tankstelle holt.
Ich bin einer, der im Winter im T-Shirt bei angenehmen Temperaturen, erzeugt von der Zentralheizung, vor seinem PC hockt, während der Pullover in Griffweite neben mir über dem Stuhl hängt.
Ich habe es bis heute “nicht geschafft”, vom örtlichen Atomstrahlstromanbieter zu Greenpiece, Ökowatt oder Kuhlfadenvolt GmbH zu wechseln, weil: “Demnächst” haben wir ja eh Solarstrom und Solarwärme, Windrad und alte Autobatterieen vom Schrottplatz als Zwischenspeicher.
Ich bin einer von denen, die an manchen Tagen 4 Mal zum Baumarkt fahren, weil es beim Stallbau, Gestrüpp-Entfernen, Basteln und Reparieren immer wieder Hindernisse gibt, die mit den vorhandenen Hausmitteln nicht gelöst werden können.
Ich sehe an mir selbst so viele Dinge, ich anders machen könnte, wenn ich es “nur” täte. Dabei sind es “eigentlich” nur ein paar Kleinigkeiten, die mir dazu fehlen.
Aber alleine, um diese paar “Sünden” aufzuzählen, muss ich schon sehr tief in der Leichengrube meines Herzens graben, und der Berg an scharfkantigen Verhaltensweisen, mit der ich Mutter Erde zutiefst verletze, ist kein bisschen kleiner geworden dadurch.
Ahja, das liegt an der Gesellschaft, in der ich leben muss. Weil ich ja zur Trägheit erzogen bin, zur Ignoranz, zum Wegsehen.
Und natürlich liegt das an den Amalgamfüllungen, die mein Gehirn vergiften, schliesslich weiss doch jeder, dass Mensch dadurch teilnahmslos und apathisch wird.
Na klar, ich kann ja nix dafür, dass ich nur ein weiters Opfer von Handymasten, Chemtrails, flouriertem Trinkwasser, Elektrosmog, unterschwelliger Manipulation durch “die Medien” und logischerweise auch dem Gedankensteuerungsprogramm von H.A.A.R.P. in Alaska bin.
Und in meiner Kindheit hat ausserdem jeder ignoriert, dass ich doch eigentlich ein sensibles Träumerkind war, eins von denen, die in schamanischen Kulturen zu Medizinmann, Heiler, Yogi, Guru oder sonstwas ausgebildet wurden.
Meine arme Kinderseele wurde zerbrochen, kein Wunder also, dass ich so bin, wie ich bin.
Und die ganzen Nachrichten, die ganze Hirarchie im Berufsleben hat mich so verbogen, dass ich vornerum soviel Spiritualität, Selbsterkenntnis, Verständnis für andere Menschen zeige, aber hintenrum so schmutzig wie eine Klärgrube handle.
Ausserdem habe ich aus Verzweiflung schon mit 13 angefangen zu saufen, habe eine steile Kariere als Kampftrinker hinter mir, von den 3 Jahren Heroinsucht mal ganz abgesehen, die meinem armen Verstand sicherlich den Rest gegeben haben.
Ach so, das hätte ich ja fast vergessen: Im Kindergarten und in der Schule wurde ich gezielt umprogrammiert, weil natürlich schon früh erkannt wurde, dass ich zu einer Gefahr für das System werden könnte, der verborgenen Agenda der Iluminaten Widerstand leisten und möglicherweise zu einem grossen Führer der Freiheitsbewegung aufgestiegen wäre.
Und heute, mit 39 Jahren, ist es ja vieeeeeeel zu spät, um all die Schäden, die Narben, die Gemeinheiten zu heilen, die mir angetan wurden. Ich bin ja so ein armes Schwein, ich musste zur Bundeswehr, wurde von meinen Arbeitgebern versklavt, und werde mit dem Zwang, Geld haben zu müssen, in unsichtbaren Ketten gehalten.
Ja, und dieser Text, den ich gerade schreibe, das ist die Selbstkasteiung, das Schuldbekenntnis, dass ich ein armer kleiner Sünder bin, der verzweifelt auf den Erlöser wartet, weil die Welt soooooooooooooo schlecht ist, dass wir alle errettet werden müssen, was ich natürlich aus eigener Kraft niemals schaffen kann (Aaaaaaamääääääääääääään…)
Hoppla, richtig – die Religionen hätte ich fast vergessen. Die Dogmen und Glaubenssätze haben natürlich AUCH ihren Teil dazu beigetragen, dass ich so bin, wie ich bin.
OK. Jetzt mal ehrlich – stehen Euch nicht schon die Tränen in den Augen ob meines furchtbaren Schicksals? Habe ich nicht Milde, Gnade, Verständnis und Absolution verdient? Bin ich von den erbärmlichsten Sündern nicht der niedrigste, erbärmlichste?
Nein, natürlich nicht. Das, was ich hier ausgekotzt habe, trifft auf jeden Menschen zu – Ausnahmen bestätigen die Regel.
Wir haben alle unsere Leichen im Keller, die vor sich hingammeln und stinken, und es kostet irrsinnig viel Überwindung, überhaupt die Tür zum Leichenkeller zu öffnen. Und wenn ich es dann tue, mache ich sie meist schnell wieder zu, weil der Gestank nicht auszuhalten ist.
Ich bitte nicht um Entschuldigung oder um Verzeihung, oder um Vergebung oder sonstige Absolution von anderen Menschen, denn es gibt nur einen einzigen Menschen, der das kann: Mich selbst.
ICH muss mit diesen Fehlern leben, ICH muss später vor dem Bild meines Lebens stehen und entscheiden, ob die Zeit, die ich mit mir verbracht habe, irgendwelchen Nährwert aufweist.
Warum ich das alles schreibe? Vorallem für mich selbst. Um zu sehen, ob ich den Mut aufbringe, so ehrlich zu mir zu sein und nicht nur zum Bewundern meines eigenen Aussehens vor den Spiegel zu treten. Warum ich diesen Seelenstriptease dann auch noch öffentlich ins Internet stelle?
Ich zeige ja auch meine “guten” Seiten. Und ich möchte, dass jeder, der meine Beiträge liest, auch die andere Seite kennt.
Denn ich habe Angst. Furchbare Angst, das jemand zu mir “Aufblicken” könnte, oder mich als “Vorbild” ansieht.
Ich freue mich natürlich, wenn ich Nachrichten bekomme, in denen steht, wie Recht ich doch habe, wie treffend ich mich doch ausdrücken kann. Darüber freue ich mich, es baut mich auf, gibt mir Kraft.
Genauso freue ich mich aber auch über Nachrichten, in denen steht, was für ein scheinheiliger, verbohrter und narzistischer Heuchler ich bin. Wenn die positiven Rückmeldungen die Kraft sind, DURCH die ich wachsen kann, dann sind die negativen Rückmeldungen die Kraft, AN der ich wachsen kann.
Darum schreibe ich. Weil ich ein Egoist bin, der wachsen und reifen will.
Liebe Grüsse
Udo

Mai 25th, 2011 at 05:23
Update: Wir haben mittleweile “Ökostrom”, ich bin 41 und sitze nicht mehr im T-Shirt am PC, wenn es draussen kalt ist.
Wir heizen mit Holz, und es ist ´ne Sch**ssarbeit, zu hacken, zu stapeln und zu buckeln.